» Fast 'n' Bulbous & Gary Lucas
Captain Beefheart‘s aktive Musikperiode (1965-1982) steckte voller Experimentierfreude, gekoppelt mit nahezu völligem Desinteresse am Kommerz. Seit er mit der Musik aufgehört hat und seine Karriere ausschließlich der Malerei widmete, haben seine 12 Alben enorm an Bedeutung gewonnen. Die Band Fast 'n' Bulbous reflektiert Beefheart´s musikalisches Lebenswerk einzigartig.
Captain Beefheart‘s Musik ist die Quintessenz der 'Kunst der Aussenseiter' in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Obwohl er sich bereits vor mehr als 25 Jahren von der Musik zurückgezogen hat, hallt diese stärker nach als jemals zuvor und hat einen wesentlichen Einfluss auf die zeitgenössische Musik. Fast 'n' Bulbous offerieren ihren ganz eigenen Blickwinkel ins Songbook einer der eigenartigsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte. Die Band setzt sich aus sieben großartigen und gut bekannten Musikern der Rock- und Jazzszene zusammen:
Co-Lead-Gitarrist Gary Lucas (der in der letzten Formation von Beefheart‘s Magic Band vertreten war), Alt-Saxofonist und Arrangeur Phillip Johnston (vom Microscopic Septet), Drummer Richard Dworkin, Bariton-Saxofonist Dave Sewelsen, Posaunist Joe Fieldler (Ed Palermo Big Band und Satoko Fujis Big Band), Bassist Jesse Krakow (Time of Orchids und Doctor Nerve) und Trompeter Rob Heinke (Doctor Nerve). Bei diesem starken, kreativen Line-Up ist schnell klar, dass Ihr weitaus mehr bekommen werdet, als nur eine Coverband, und Ihr werdet es erleben: Alles kommt von Herzen, klingt spannend, es rockt UND swingt.
Hinter dem Projekt Fast 'n'Bulbous steckt die Idee, die Kompositionen von Don Van Vliet als Gerüst für Improvisationen und Arrangements zu nehmen. Diese Formation bewährter Improvisatoren aus den beiden Welten des Avantgarde Jazz und Rock stehen sowohl für ein ernsthaftes Tribut an Beefheart, als auch für kreative Abenteuer der freien Improvisation. Der Witz besteht darin, dass die Bläsersektion dazu eingesetzt wird, den Gesangspart vom Captain zu übernehmen. Die eigentlich gitarrenbasierte Musik wird durch das Miteinander von Bläsersektion, Gitarre und Schlagwerk umgesetzt.
Die ersten Auftritte der Band fanden bereits 2001 in Italien, Belgien und Deutschland statt. Am 9.2.2002 hatte die Gruppe ihr Debut in New York. Während der ausverkauften Show in der „Knitting Factory“ wurden eine Lesung von Mike Barnes aus seiner Beefheart-Biographie und seltene Videos von Captain Beefheart & The Magic Band geboten. Es folgten Gigs im Leonard Nimoy Thalia im Symphony Space, Joe's Pub, beim Saalfelden Jazz Festival im Jahr 2002, das Walker Art Center & Wecner Center in Columbus und beim Frankfurt Jazz Festival im Jahr 2004.
Gary Lucas: „Ich sah Don Van Vliet‘s NYC Debüt im Ungano's im Jahr 71 mit ein paar meiner Yale-Kumpel und das veränderte mein Leben radikal (ich bin immer noch dabei, mich zu erholen!). In dieser Nacht schwor ich mir, dass - wenn ich jemals Musik machen würde - dann mit diesem Typen zusammen... und mein Wunsch ging 1980 für vier Jahre in Erfüllung als ich in Captain Beefheart‘s grandioser Band zunächst als Gastmusiker mitspielte und später sogar als Manager fungierte. In diesen Jahren entstanden Zwei Alben ("Doc at the Radar Station" und "Ice Cream for Crow", 1980 and 1982 auf Virgin Records), ein Video ("Ice Cream for Crow") und wir machten eine weltweite Tournee. Außerdem spielte ich bei den beiden Solowerken Beefhearts "Flavor Bud Living" und "Evening Bell" mit. Bis zum Zeitpunkt als Don 1984 alles hingeschmissen hat, um zu malen, war gerade das Album "Ice Cream for Crow“ für mich ein wunderbares Training für meine Karriere, heraus aus der Nische des post-modernen Musikgeschäfts. Während meine eigene Musik nur wenig der seinen ähnelt (ich würde mich niemals erdreisten ihn auch nur nachzuahmen) fühle ich, dass Van Vliet‘s Einfühlsamkeit und Ästhetik definitiv mein Gitarrenspiel beeinflusst hat. Es ist, als wäre ich auf die Beefheart University gegangen.“
« zurück «