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BOGGAMASTA - Flat Earth Society & David Bovée (BE)

Fotoquelle: http://fes.be/persEN.html
Fotoquelle: http://fes.be/persEN.html Jan Gitanes

FES wurde 1998 gegründet, als der No-Nonsense-Künstler, Ex-Architekt, Klarinettist, Saxophonist, Keyboarder, Komponist und Produzent Peter Vermeersch neue Horizonte erforschen wollte, nachdem er mit Maximalist! und der Kultband X-legged Sally Musikliebhaber auf der ganzen Welt überzeugt hatte. Vermeersch, der mit internationalen Künstlern wie Josse De Pauw, Wim Vandekeybus, Vincent Bal, Anne Teresa De Keersmaeker, Fred Frith, The Simpletones und Jazzwork aus Berlin zusammenarbeitete und Musik für das Arditti Quartet, Prima La Musica und das Smith Quartet schrieb, sammelte einen Haufen von inspirierten und einzigartigen Musikern um sich und gründete damit eine Big Band, aus der inzwischen viel mehr als nur eine Big Band geworden ist.

Die Musik von FES, variiert von streng notierten Kompositionen bis hin zu befreiender Improvisation, ist zu 95% hausgemacht. Musikalische Zitate anderer Komponisten werden als Inspiration verwendet, neu arrangiert, angepasst und in FES-Kompositionen integriert, was dem eklektischen FES-Universum eine breite Palette von Atmosphären und Stilen hinzufügt. FES traut sich, mit anderen Disziplinen wie Theater und Film zu flirten und besitzt die Fähigkeit, ein breites Publikum zu verführen, von ausgewählten Jazz-Zuhörern bis hin zu einem wilden jungen Rockpublikum. Am besten erlebt man sie live auf der Bühne.

David Bovée war der erste FES-Gitarrist von 1999 bis 2003. Nach vier Jahren verließ er die Band, um sein eigenes Projekt "Think of One" voranzutreiben (BBC Radio 3 World Music Award 2004 und 2007). Egal, ob sie mit Kehlsängern aus Grönland, Gnawa-Musikern aus Marokko oder brasilianischen Virtuosen zusammenarbeiteten, immer erreichten sie einen aufregenden Schmelztiegel der Musik. David kennt die Maracutu-, Frevo-, Ciranda- und Coco-Musik durch und durch.

World Music war nie wirklich Vermeerschs Sache, aber als das "Theatre aan Zee" (TAZ) 2013 beide Männer einlud, mit einem Ensemble gambischer Musiker ein Projekt in Angriff zu nehmen, war der experimentelle Drang zu stark um ignoriert zu werden. Sie reisten nach Gambia, wo sie mehrere Wochen mit lokalen Musikern zusammen lebten und arbeiteten.

Sie mussten nicht lange nach Inspiration suchen. In Gambia erlebten sie einen Aufmarsch des Landesführers Yahya Jammeh auf den Straßen von Banjul. Die Parade bestand aus einer Anzahl von Hummer-Trucks und Majoretten in Uniform und mit Taktstöcken. Als richtiger Diktator streute er buchstäblich Geld aus einem der offenen Hummer auf die Straßen. Der "Boggamasta" (eine Verfälschung des niederländischen Wortes "burgemeester", was Bürgermeister bedeutet) betrachtete sich als allmächtig, würde eine Milliarde Jahre herrschen und scheute sich nicht davor, politische Gegner zu töten oder Homosexuelle zu verfolgen.

Es wäre ungerecht, die Boggamasta-Geschichte nur auf afrikanische Länder oder Gambia zu konzentrieren; Boggamastas sind überall, in der Politik, im Verbrechen, im Petanque-Club, in der Musikwelt, in der Wirtschaft und seien wir ehrlich, auch tief in uns selbst.

Bovée und Vermeersch gingen an die Arbeit, schrieben Nummern und verfassten rohe und kritische Texten, Instrumente und Besetzung wurden angepasst: Ein überschwängliches Repertoire, direkte, energetische und rasende Musik: fiebrig, delirierend und groovig, und jede Menge Electro!

FES wird das Boggamasta-Projekt mit David Bovée und Songs aus dem Zappa-Tributprojekt "Terms of Embarrassment" aufführen.

BOGGAMASTA ist:

David Bovée (electric guitar, vocals & electronics), Peter Vermeersch (bassclarinet, vocals & electronics), Pierre Vervloesem (electric bass), Kristof Roseeuw (double bass &violin), Peter Vandenberghe (keyboards & piano), Teun Verbruggen (drums & drumpads), Wim Segers (percussion), Berlinde Deman (tuba & vocals), Benjamin Boutreur (alto sax), Michel Mast (tenor sax), Bruno Vansina (baritone sax & flute), Bart Maris (trumpet), Thomas Mayade (trumpet), Peter Delannoye (trombone), Marc Meeuwissen (trombone), Marti Melià (tenor sax)

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